„Visual Diaries/ Girls“ – Fotokunst coming of age
Fotografie ist wieder präsent in der Kunstszene, sagt Stephanie Bender und zeigt die Ausstellung „Visual Diaries/ Girls“, die noch bis zum 11. Juni in ihrer Münchener Galerie zu sehen ist. Konzept der Ausstellung, die von der spanischen Fotokünstlerin Florencia Serrot kuratiert wurde, basiert auf den Blogs und Websites von elf jungen Fotografinnen aus aller Welt. In ihren visuellen Tagebüchern dokumentieren sie ihr Leben als Fotokunst im Prozess. Rund 130 dieser Fotografien hat die Kuratorin für die Ausstellung ausgewählt, die in Anlehnung an die Tagebuchform als ungerahmte Prints im Format 30 mal 40 Zentimeter in einem weißen Display gezeigt werden. Sie will ausdrücklich so wenig Distanz zwischen Betrachter und Foto wie möglich.
Wie in einem Sudelbuch mit seinen schnellen, schmutzigen Notizen zeigt die Ausstellung Fotos aus allen Lebenssituationen – am Tag , nachts, durchs ganze Jahr. Die Fotokünstlerinnen verzichten auf Inszenierung und spezielle Lichtsetzung. Das Ergebnis ist vielfältig. Es gibt zarte Fotos, raue oder auch rohe. Intimes Küchenleben (Madi Ju) steht neben dem Männerakt am Meer (Harley Weir) oder einer Szene wie aus einem nordischen Märchen (Agnes Thor). Die jungen Frauen fotografieren ständig, lassen sich von ihren Impulsen leiten, zum Zwecke der Dokumentation. Die Britin Harley Weir fasst ihre Art zu arbeiten so zusammen: „Ich plane nicht, sondern versuche, die Bilder fließen zu lassen, wie in einem Tagebuch. Ich nehme, was immer meinen Weg kreuzt.“
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Die Zeitschrift Junge_Kunst erscheint vierteljährlich im Kölner Ritterbach Verlag.
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ISSN 0933-307-X