Junge_Kunst 86

Von Blog bis Twitter – Kommunikationsstrategien für junge Künstler

“Ich muss Werbung für mich und meine Arbeit machen.”

Ein druckfrisches Maler-Diplom, ihr Atelier, viele kreative Freunde und noch mehr gute Ideen – das war das Startkapital der Malerin und Kulturpädagogin Mirjam Wingender (25), als sie 2009 ihr Studium abschloss. Ihr war schnell klar, dass sie ihre eigene Öffentlichkeitsarbeiterin sein musste. Das würde keine Galerie für sie übernehmen, und eine Agentur zu beauftragen, wäre unerschwinglich. Ein Blog war ihre erste Kommunikationsmaßnahme.

“Für mich war das Blog die leichteste Variante, weil ich nicht mit HTML umgehen kann.”

Das Blog ist eine Art Log- oder Tagebuch im Internet. Herausragende Merkmale: regelmäßige Aktualisierung und die Möglichkeit für den Besucher, über die Kommentarfunktion mit dem Blogger über seine Beiträge zu diskutieren. Alle Blog-Posts – Texte, Fotos, Videos und Audiodateien – erscheinen in chronologischer Reihenfolge. Der aktuellste steht ganz oben. Bloggen kann man entweder über eine Blog-Plattform oder mit spezieller Blog-Software (z. B. von WordPress) auf dem eigenen Server. Die Nutzung der Plattformen und der Software sind in der Regel kostenlos. Weil Mirjam Wingender nicht so viel technisches Know-how hat, entschied sie sich mit Blogger.com für eine der vielen kostenlosen Blog-Communitys, richtete sich mit wenigen Klicks ihr eigenes Blog ein und legte los. Herauskommen sollte nicht nur ein gut strukturiertes Blog, sondern eine möglichst vollständige Website. Die User sollen sich ein Bild machen können von der Künstlerin.

“Ans Bloggen muss man locker rangehen.”

Seit Sommer 2010 bloggt Mirjam Wingender zweimal im Monat Arbeitsproben oder berichtet von Ausstellungen. Sie hat die Arbeit am Blog nach ein paar Startschwierigkeiten in ihren Alltag gut integriert. War sie zunächst unsicher, was sie veröffentlichen und wie sie wahrgenommen werden wollte, kam sie schnell zu dem Schluss, das Bloggen am besten ganz locker anzugehen. Eine zu verkopfte Herangehensweise findet die Künstlerin eher hinderlich.

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Die Zeitschrift Junge_Kunst erscheint vierteljährlich im Kölner Ritterbach Verlag.

7,20 Euro

ISSN 0933-307-X